Einnahme – Überschussrechnung

Ermittlung des Gewinnes zur Ertragsbesteuerung

Die steuerrechtliche Rechnungslegung beschäftigt sich mit der Steuerbilanz, einer aus der Handelsbilanz abgeleiteten Bilanz. Das Hauptziel dieser Art der Rechnungslegung ist die Ermittlung der Ertragsbesteuerung. Es gibt drei Ertagssteuern, diese sind die Körperschaftssteuer, die Gewerbesteuer und – die wohl wichtigste und bekannteste – die Einkommenssteuer. Um die Höhe der zuletzt genannten zu bestimmen, muss der Steuerpflichtige seinen Gewinn ausweisen. Die Einnahme – Überschussrechnung ist ein mögliches Verfahren, um den Periodengewinn, also den Erfolg des Unternehmers zu ermitteln.

Beschränkung auf Kleinbetriebe und Freiberufler

Rechtsgrundlage für die Einnahme – Überschussrechnung ist das Einkommenssteuergesetz. Dieses bestimmt auch eindeutig, wer das Verfahren anwenden darf: „§4 Abs.3 Steuerpflichtige, die nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen“. Es handelt sich hierbei also um Kleingewerbetreibende, die von der steuerlichen Buchführungspflicht und der Erstellung einer Steuerbilanz befreit sind. Kleinbetriebe sind alle Betriebe, die keines der beiden folgenden Größenmerkmale überschreiten: Gewinn pro Jahr maximal 50.000€ und Umsatz pro Jahr maximal 500.000€. Eine weitere Gruppe, die rechtlich dazu befugt ist, mit der Einnahmeüberschuss-Rechnung ihren Periodengewinn zu ermitteln, sind die Freiberufler. Diese Bezeichnung trifft auf Berufe zu, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen, wie beispielsweise Ärzte, Architekten und Anwälte. Für sie ist auch die Höhe ihres Gewinnes oder Umsatzes keine einschränkende Größe.

Vorgehensweise und Anwendung


Im Gegensatz zu anderen Gewinnermittlungsmethoden wie beispielsweise dem Betriebsvermögensvergleich (für große Kaufleute) ist die Einnahme – Überschussrechnung die einfachste Methode, die außerdem auch einen wesentlich geringeren Arbeitsaufwand hat. Wie ihr Name schon andeutet, werden bei diesem Verfahren Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben gegenüber gestellt. Der sich ergebende Überschuss wird dann als Gewinn ausgewiesen. Betriebsseinnahmen sind durch den Betrieb veranlasste Zugänge von Wirtschaftsgütern in Form von Geld oder von Geldwert. Dazu korrespondierend sind Betriebsausgaben durch den Betrieb verursachte Aufwendungen. Dies sind zum Beispiel Wareneinkäufe, Gehälter und Löhne der Arbeitnehmer sowie die Miete für die Geschäftsräume bzw. Produktionshallen. Zentraler Grundsatz der Einnahme – Überschussrechnung ist das sogenannte Zufluss- und Abflussprinzip. Generell gilt, dass jeder Geldzufluss eine Betriebseinnahme und jeder Geldabfluss eine Betriebsausgabe ist. Allerdings bezieht sich die Methode nur auf das jeweilige Wirtschaftsjahr, für das der Gewinn ermittelt wird. Es werden also nur Einnahmen und Ausgaben der Periode berücksichtigt. Betriebsausgaben sind somit die Gelder, die im Wirtschaftsjahr gezahlt wurden und Betriebseinnahmen diese, die im Wirtschaftsjahr eingegangen sind.

Ausnahmen vom Zufluss- und Abflussprinzip

Es gibt einige Ausnahmen von der oben erwähnten Grundsatzregel, die man nicht erwarten würde. Diese müssen vom Steuerpflichtigen aber auf jeden Fall beim Anwenden der Einnahme – Überschussrechnung berücksichtigt werden. So fallen Anschaffungskosten für langlebige Wirtschaftsgüter beispielsweise nicht unter Betriebsausgaben. Auch Kosten, die zur Tilgung eines Kredites anfallen, sind hiervon ausgenommen. Im Gegenzug werden allerdings Abschreibungen auf langlebige Wirtschaftsgüter zu den Betriebsausgaben gezählt. Dasselbe gilt für den Buchwert eines langlebigen Wirtschaftsgutes, wenn es im Wirtschaftsjahr verkauft wurde. Was Betriebseinnahmen betrifft, muss hier bloß Wert auf aufgenommene Kredite gelegt werden, welche nicht als Betriebseinnahmen ausgewiesen werden dürfen.

Vor- und Nachteile

Wie oben schon kurz erwähnt, hat die Einnahme – Überschussrechnung den großen Vorteil eines eher geringen Arbeitsaufwandes. Es ist nicht nötig komplizierte Rechnungen aufgezustellen, da bis auf wenige Ausnahmen nichts anderes getan werden muss, als Geldzuflüsse und –abflüsse zu erfassen. Dafür steht dieser Methode der Gewinnermittlung aber auch ein großer Nachteil gegenüber. So besteht die Gefahr, dass das Prinzip der periodengerechten Gewinnermittlung verletzt wird. Diese wichtige Richtlinie besagt, dass alle Geschäftsvorfälle sofort zu erfassen sind, sobald sie auftreten. Bei der Einnahme – Überschussrechnung wird die Erfassung allerdings erst im Zeitpunkt, zudem die Zahlung ausgelöst wird, vorgenommen. Das kann beispielsweise bei Schulden zu Problemen führen. Diese sollten eigentlich sofort, wenn sie bekannt werden, auch wenn sie noch nicht eingetreten sind, gewinnminderd berücksichtigt werden. Werden sie erst Zeitpunkt ihres Aufkommens erfasst, kann dies zu bösen Überraschungen führen.